Metro Boutique ist laut, farbenfroh und unverwechselbar – aber ihr Online-Shop war keines davon. Was eine der bekanntesten Street-Fashion-Marken der Schweiz zurückhielt, war nicht fehlender Ehrgeiz, sondern eine veraltete Plattform mit explodierenden Kosten. Erfahre hier, wie what. das geändert hat.
Metro Boutique und die ehrliche Rechnung hinter dem Migrationsentscheid
Metro Boutique betreibt 25 Filialen in der Schweiz und spricht eine Zielgruppe zwischen 16 und 34 Jahren an. Der Online-Shop funktionierte – aber eben nur das.
Das NopCommerce-System aus dem Jahr 2015 verursachte CHF 250’000 pro Jahr allein für Wartung. Jede Inhaltsänderung brauchte Developer-Einsatz, Black Friday-Kampagnen mussten manuell um Mitternacht aktiviert werden, Scheduling existierte nicht.
Der primäre Treiber war wirtschaftlicher Natur: Die Plattformkosten machten es zunehmend schwieriger, profitabel zu bleiben.
Phase 0: Erst der Business Case, dann die Migration
what. startete nicht mit Entwicklung, sondern mit einem strukturierten Store Check & Migration Assessment. Ziel war es, datenbasiert zu klären, ob eine Migration zu Shopify überhaupt Sinn ergibt – und wenn ja, wie.
Das Assessment lieferte konkrete Zahlen:
- 55% TCO-Einsparung über 5 Jahre
- CHF 2 Mio. projizierte Einsparung über denselben Zeitraum
- 9 Millionen URLs im bestehenden Shop – davon nur 88’000 indexiert
- 1.04% Conversion Rate als Ausgangswert
Dieser Business Case war intern vertretbar. Das Management konnte die Entscheidung mit echten Zahlen begründen, nicht mit Bauchgefühl.
Eine weitere Erkenntnis aus dem Assessment: Das starke Branding von Metro Boutique lebte primär in den Filialen. Online wurde die Marke gedämpft. «Same brand, different decibels.»
Die Systemlandschaft vor und nach der Migration
| Bereich | Vorher (NopCommerce) | Nachher (Shopify Plus) |
|---|---|---|
| Shop-System | NopCommerce (2015) | Shopify Plus |
| ERP | Eigenentwicklung | Eigenentwicklung + Intelligix vorbereitet |
| PIM | Akeneo (bestehend) | Akeneo – custom Connector (neu) |
| CRM | Emarsys | Emarsys (beibehalten) |
| Geschenkkarten | Physisch, kein Online-Einsatz | Custom Payment Method (neu) |
| Mobile App | Eigene App (Katalog + Wishlist) | Neue API-Integration |
| Lagerbestand | CSV alle 5 Min. | CSV-Sync alle 5 Min. (stabil) |
Die drei grössten technischen Herausforderungen – und wie what. sie gelöst hat
Komplexe Systemlandschaften haben immer Stellen, die auf dem Papier simpel aussehen und in der Realität es nicht sind. Bei Metro Boutique gab es drei davon.
Akeneo-Connector
Der bestehende Connector war für die spezifische Datenstruktur von Metro Boutique nicht ausreichend. Der Vendor reagierte langsam, die Anpassungsbereitschaft war gering. what. entwickelte einen eigenen Connector – sauber, wartbar, auf die tatsächlichen Anforderungen zugeschnitten.
Das ist eine Situation, die häufiger vorkommt, als man denkt: Off-the-shelf-Lösungen passen selten zu 100 %. Der Unterschied liegt darin, ob man bereit ist, das anzupacken.
Physische Geschenkkarten als Payment Method
Giftcards machen rund 4 % des Online-Umsatzes aus. Shopifys natives Gift Card System ist für physische Filialkarten nicht ausgelegt.
what. entwickelte eine vollständig custom implementierte Payment Method, die den Kartensaldo über den externen Payment Provider MF Group validiert. Das klingt nach einem Detail – aber 4 % Umsatz, die man einfach wegfallen lässt, wäre keine Option gewesen.
Wichtig anzumerken ist, dass der alte Shop bereits über diese Funktion verfügte; unsere Custom-Entwicklung schloss bloss die Lücke auf Shopify-Seite.
App-Wishlist-Synchronisation
Die ursprünglich evaluierte Drittlösung verursachte Synchronisationsprobleme. what. entwickelt aktuell ein eigenes Script. Dieser Punkt ist noch in Umsetzung – und das wird hier bewusst transparent kommuniziert, weil es zum Projektstand gehört.
Timeline: Von Offerte bis Go-Live
Geplanter Launch war Oktober 2025. Tatsächlicher Go-Live: Mitte Januar 2026 – rund 7 Monate nach Projektstart.
Beim Go-Live gab es keine Downtime, keinen Datenverlust, und alle kritischen Integrationen funktionierten einwandfrei.
Das Timing wurde nach hinten verschoben, weil die Qualität der Integrationen Vorrang hatte. Das ist die richtige Entscheidung – ein Go-Live mit offenen kritischen Punkten schafft mehr Probleme als er löst.
Was sich seit dem Launch verändert hat
Denis Spycher von Metro Boutique bringt es auf den Punkt:
«Intern stand bereits seit längerer Zeit die Überlegung im Raum, unser Shop-System zu wechseln – vor allem aufgrund der hohen Fixkosten und der eingeschränkten Flexibilität. Schon ab Tag 1 hatte ich ein sehr gutes Gefühl: Die Zusammenarbeit war effizient, zielorientiert und gleichzeitig angenehm. Mit Shopify haben wir heute deutlich mehr Flexibilität, eine bessere Effizienz im Tagesgeschäft und ein CMS, das schnell, verständlich und einfach zu bedienen ist.»
Die Conversion Rate stieg von 1.04% auf 1.08% in den ersten 90 Tagen. Das klingt nach einer kleinen Zahl, aber auf dem Volumen eines nationalen Fashion-Retailers ist das spürbar.
Was sich qualitativ verändert hat, ist mindestens genauso relevant:
- Das E-Commerce Team kann eigenständig Kampagnen aufschalten – ohne Developer
- 95% der Content-Änderungen werden selbstständig umgesetzt
- Zeitgesteuertes Kampagnen-Scheduling ohne manuelles Aktivieren ist jetzt möglich (muss noch implementiert werden)
- Die Basis für Personalisation, A/B-Testing und SEO-Optimierung ist gelegt
- UX / UI verbessert
- Kostenstruktur nachhaltig verbessert
Und zum Arbeitsalltag des Teams:
«Seit dem Go-Live haben wir deutlich mehr Freiheit und können viel proaktiver agieren. Für viele Themen sind wir nicht mehr auf externe Unterstützung angewiesen, sondern können selbst direkt eingreifen, den Shop optimieren und neue Ideen schnell testen. Ich bin überzeugt, dass Shopify Plus für uns die richtige Entscheidung war.»
Die Plattformkosten liegen heute bei etwa einem Viertel der früheren Ausgaben.

Der vollständige Technologie-Stack
| System | Details |
|---|---|
| Shopify Plus | E-Commerce Plattform, Checkout-Customization, Shopify Flow (New Arrivals Automatisierung) |
| Akeneo | PIM – täglicher Produkt-Import via custom API-Connector (what.) |
| ERP (Eigenentwicklung) | Bestandssynchronisation via CSV alle 5 Minuten |
| Intelligix | Zukünftiges ERP – Anbindung via Netix API vorbereitet |
| Emarsys | CRM, E-Mail-Automation, Loyalty (M-Coins) |
| MF-Group / Powerpay | Rechnungskauf |
| Custom Payment Method* | Physische Geschenkkarten – custom entwickelt (what.) |
| Metro Boutique App | Kunden-App – API-Integration via Shopify Storefront API |
*Der alte Shop verfügte bereits über diese Funktion; unsere Custom-Entwicklung schloss bloss die Lücke auf Shopify-Seite.
Was dieses Projekt über den richtigen Migrationsansatz sagt
Migrations-Projekte scheitern häufig nicht an der Technologie, sondern daran, dass zu früh mit der Umsetzung begonnen wird, ohne den Business Case zu verstehen.
Das Assessment zuerst war kein netter Zusatz – es war die Grundlage dafür, dass Metro Boutique intern die Entscheidung treffen und vertreten konnte. Erst verstehen, dann entscheiden, dann bauen.
Und wenn ein bestehender Vendor-Connector nicht funktioniert, baut what. eben einen eigenen. Das ist kein Sonderfall, sondern ein Prinzip: Komplexe Systemlandschaften brauchen Lösungen, die wirklich passen.
Planst du eine ähnliche Migration?
Wenn deine Plattformkosten zu hoch sind, dein Team für jede Änderung auf Developer angewiesen ist oder du weisst, dass dein System dich zurückhält – dann ist der erste Schritt ein ehrlicher Blick auf den Status quo.
Genau das bieten unsere Shopify Migration Services an: vom initialen Assessment über die technische Umsetzung bis zum Go-Live und darüber hinaus. Als führende Shopify Plus Agentur der Schweiz mit über 200 realisierten Shops wissen wir, wo die echten Herausforderungen liegen – und wie man sie löst.